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sushi for friends - die story

Liebe Kunden,

wer sich bei uns umschaut, stellt fest, dass Vieles hier nicht "normal" ist. Viele Gäste sind neugierig und fragen nach den Ideen, Hintergründen, der Entstehungsgeschichte und auch nach den Personen, die unser Konzept mit Leben füllen. Wenn wir Ihnen im persönlichen Gespräch die "white lounge" zeigen, sitzt Ihnen oft der Hunger und uns der Zeitdruck des Tagesgeschäftes im Nacken.

Aus diesem Grund haben wir diesen Weg gewählt und Ihnen eine "Speisekarte" zusammengestellt, die Sie gerne mit nach Hause nehmen und in einer ruhigen Minute lesen können.

Die Vorgeschichte

Mein Name ist Dieter Meier. Ich stamme aus einer Hamburger Familie mit Handwerkstradition. Mein Großvater Erwin Meier hat die gleichnamige Heizungsfirma gegründet, die ich eigentlich nach meinem Vater weiterführen sollte (existiert übrigens heute noch). Zehn Jahre meines Lebens habe ich damit zugebracht, Heizungsanlagen zu planen und zu kalkulieren. Damit war ich eigentlich recht erfolgreich, so dass ich mein erstes selbstverdientes Geld mit dreißig Jahren irgendwo investieren wollte.

Als ich mit meiner Lehre begann, entstanden die Pizzalieferservice Joey's und Smiley's durch die damals revolutionäre Idee, Essen nach Hause zu bringen. So Etwas gab es zuvor nur in den USA. Gern hätte ich gleich mitgemischt, sollte aber erstmal etwas Handfestes lernen. Ich erinnere mich, wie meine Mutter sagte: "Komm, wir bestellen da und anschließend fährt Vati hin und bezahlt". Nun ja - den Lieferservicegedanken habe ich  fortan nicht mehr aus den Augen verloren. Der Pizzamarkt ist allerdings fest besetzt und wird so professionell bedient, dass mich dieser Bereich nicht mehr gereizt hat.

Der Start mit "sushi for friends"

Ein neuer Trend war Sushi und warum nicht auch hier liefern? Der Trend war eigentlich noch ein Keim - Keiner wusste so recht, was daraus werden sollte. Es gab weder Mitbewerber noch Zulieferer - nur so ein Gefühl, dass hier ein neuer Markt entsteht. In der Stadt startete gerade die "sushi factory" und überholte sogleich den "sushi circle" in der Wahrnehmung. Das Konzept war rein traditionell, das Ziel eher industriell. Factory eben. Das Laufband gab den Neuheitsfaktor; die Zeitungen waren voll vom "Sushi-Laufband". 

Mein Ziel war es, ein System aufzubauen, das die Kunden zu Freunden macht, seinen Systemcharakter aber trotzdem beibehält. Professionell sollten sämtliche Prozesse definiert sein. Die Sushis wurden produziert und im Anschluss ausgewogen; es wurde kalkuliert und die Arbeitsabläufe neu durchdacht und optimiert. Ich als Person wollte dabei ersetzbar sein, um das System multiplizierbar zu halten.

Ich schrieb mein Konzept und ging los, um Kochbücher zu kaufen. Bei meinen Freunden aus der Gastronomie hörte ich mich um, was sie von Sushi halten. Einer dieser Freunde ist Helge Bock, damals Küchenchef im "Kleinen Gastronom". Kurzerhand mietete ich mich in seiner Küche ein und tauschte nach Feierabend meines Planungsbüros, das ich mittlerweile betrieb, sozusagen Shop in Shop, Sushi gegen Miete. "Sushi for friends" als Keimzelle war gepflanzt. Ich hoffte auf einen Zusatzjob als Tellerwäscher, um dem einschlägigen Sprichwort eine Chance zu geben. Ich bekam weder den Job, noch wurde ich Millionär.

Meine ersten Köche wurden eingestellt und unserer Kreativität freier Lauf gelassen.

Es entstand zum Beispiel unsere köstliche Mayo-Housesauce, die ein Urstein unseres Erfolges ist. Mittlerweile wird sie so oft kopiert, dass sie schon ein Teil des "Hamburger Sushis" geworden ist.

Rocket Roll

Ich wollte modernes, weltoffenes Sushi mit Hühnchen und Dingen entwickeln, bei denen Traditionalisten den Kopf schütteln. Ein lebendiges System sollte es sein - so wechselt alle drei Monate das Aktionsmenue, um unseren Kunden immer etwas Neues bieten zu können.

Bei Stammkunden bedanken wir uns durch unser Pfandsystem, indem wir ein Nigiri gratis geben, wenn der Kunde die Verpackungen zurückgibt. Nebenbei schonen wir die Umwelt - jawohl, Ikea könnte sich eine Scheibe abschneiden, so umweltfreundlich sind wir.

Vieles musste neu erfunden werden, wie zum Beispiel das Abrechnungsprogramm. Es gab nicht einmal Edv-Programme für Lieferservice, die bei Anruf den Namen des Kunden auf den Bildschirm werfen, geschweige denn die Möglichkeit kundenspezifische Daten und Wünsche hinterlegen zu können.

Spaß macht es doch, einen Kunden mit den Worten "Hallo Herr Meier, hätten Sie gern dasselbe wie beim letzten Mal?" zu begrüßen und die Edv zeigt mir Namen und letzte Order. Die Antwort des so freudig überraschten Kunden war fast immer: "äh - mein Name ist Frau (!) Meier - na hören Sie mal!". Nun ja, Anfangsschwierigkeiten - aber der Ansatz ist gut. Abrechnungsprogramme, die zugleich den Lieferservice und den Restaurantbetrieb verwalten können, gibt es bis heute sonst nirgends. Ein Restaurant- und  Lieferservicekonzept, das auf beiden Segmenten gleich erfolgreich ist, gibt es ebenfalls nicht. Ein großes Stück Neuland also, vor dem wir damals standen.

Mein Hobby war eigentlich das Marketing. Die ersten Fahrer waren meine Freunde aus Jugendtagen. Sie kamen nach Feierabend und brachten das Sushi zum Kunden. Natürlich nahm Keiner dafür je einen Pfennig. Alle wurden mit Sushi und einigen Bierchen entlohnt. Ich hatte den Eindruck, dass die Kunden das mitgebrachte Herzblut spürten. Meine Freunde wurden nicht an der Tür abgefangen, sondern in die Küchen der Kunden gebeten, was nicht zuletzt daran lag, dass ich sie mit Barmannschürzen verkleidet und überredet habe, einen Reishut aufzusetzen.

Beim Kunden sollten sie möglichst Sätze mit einem vielen l's darin sagen, wie: "Hoffelntlich habeln Sie einel schönel Abelnd mit dem Sushil". Dies sollte das Trinkgeld steigern und Spaß machen. Ich fand die Idee so toll, dass man später den Lohn vielleicht ganz weglassen könnte...

Alle versicherten mir damit eine geniale Idee gehabt zu haben. Die meisten meiner Freunde, die für mich Sushi ausfuhren, waren in ihren Hauptberufen ebenfalls selbstständig und einigermaßen erfolgreich. Dies führte zum Beispiel dazu, dass Rene Baartsch von der gleichnamigen Elektrofirma mit seinem Porsche beim Nachbarn meiner Kunden parkte, um wenigstens noch einen Pfennig Trinkgeld zu bekommen und Sven Arbinger mit einem Wrangler Jeep ausfuhr, dessen Benzinrechnung höher war als der Sushibestellwert...

Wir teilten recht ungleich - ich bekam den Umsatz des Abends und sie einen Haufen Dankesbekundungen meinerseits. Vor Kurzem habe ich erfahren, dass keiner von ihnen je den Reishut beim Kunden wirklich aufgesetzt hat. Das ging circa vier Wochen so.

Als Selbstständiger bekommt man ja gerade in der Anfangsphase sehr viele Tipps. Einer davon war, eine Anzeige zu schalten, um Fahrer zu suchen. Das Befolgen brachte mir mehr Professionalität ein, senkte aber ungemein den Spaßfaktor. Stolz bin ich darauf, denselben Freundeskreis noch heute zu haben.

Meine ersten Fahrer waren allesamt Vollprofis. Da war z.B. Jessie, die, weil sie eine besondere Augenweide war, in kürzester Zeit einen festen Kundenstamm aufbaute, der nur von ihr beliefert werden wollte.

Ihre Effektivität sank ein wenig, als sie eines Tages den Schlüssel ins Auto legte, die Bestellung herausnahm, ihr Haar lasziv nach hinten warf, den Hauseingang zu ihrem Catwalk machte und so den Kunden auf ganzer Linie beeindruckte. Auf dem Rückweg zeigte sie hohe Motivation und unerschütterlichen Einsatz durch den Autoeinbruch über ihr Sonnendach. Sie hatte den Schlüssel dort vergessen. Der Kunde bewunderte sie weiter aus dem Küchenfenster. Der Grund für das Missgeschick war schnell gefunden: das Auto! Sie bekam also einen Sushi-Smart als Dienstwagen. Diesen betankte sie nach kürzester Zeit durch den Lüftungsschlitz gegenüber der Tankklappe. Aus Angst vor dem Tankwart schloss sie sich im Auto ein - die Benzinlache schützte sie vor tätlichen Angriffen. Seitdem frage ich die Mitarbeiter in welcher Position sie ihre Zukunft sehen, bevor ich ihnen einen Job aufdränge. Ihre wahre Profession fand Jessi dann schnell in der Filialleitung.

Ich schreibe die Geschichte von "sushi for friends" ja im Wesentlichen für unsere Kunden nieder. Mein Bedürfnis ist es natürlich, für Sie die Attraktivität dieser Story etwas zu steigern. Hierzu nutzt die gesamte Regenbogenpresse das Thema Sex.

Lieferservice und Sex? Da fällt mir nur die folgende Geschichte ein. Marek, dem mittlerweile unsere Harburger Filiale gehört, erzählte Folgendes, als er von einer Tour zurückkam: Er belieferte in Volksdorf eine unserer Stammkundinnen, die im Dachgeschoss wohnte. Auf dem Treppenabsatz vom 2. OG legte er also sein charmantestes Lieferantengrinsen auf und schaute in die Augen einer blonden Schönheit, die nur mit einem Handtuch bekleidet war. Das Handtuch war oben über ihrem Dekolleté verknotet, unten ging es nur bis knapp unter den Bauchnabel. Alle dieser Story lauschenden Fahrer standen mit vor Spannung offenem Mund da und fragten, was Marek da getan hat.

Marek, ganz Gentleman, antwortete: "Ich habe ihr selbstverständlich in die Augen geschaut" und machte ein rhetorische Pause. Die anderen Fahrer sprangen ihm vor Neugierde fast ins Gesicht und riefen: "Und, was dann?". Marek antwortete gelassen "Nun - was soll schon passiert sein? Die Kundin nahm das Sushi, drehte sich um und bückte sich nach ihrem Portemonnaie." Der Erste der anwesenden Fahrer wurde fast ohnmächtig. Auf die Frage "Und dann????" sagte Marek: "Dann habe ich ihr nicht mehr in die Augen geschaut." So vornehm ging es also zu in der Anfangszeit...

Meine erste Filiale war in Sasel. Dort lernte ich Sven Schoemer kennen, der zusammen mit einem Freund (Stephan Zimutha) die erste "sushi for friends" Franchisefiliale in Norderstedt eröffnete und mir nach dem Anfangserfolg gleich meine Saseler Filiale abkaufte. Nun war ich Franchisegeber ohne eigene Filiale und hatte schon wieder Kapital, dass angelegt werden wollte. Meine jetzige Freundin kannte ich noch nicht, sonst wäre der frisch verdiente Mammon wahrscheinlich in die Hände von Prada geraten :-)

Fleißig investierte ich in Eilbek und Eimsbüttel und legte dort einen Blitzstart hin. So wurden wir der einzige Lieferservice, der ganz Hamburg flächendeckend beliefert. Sushi ist allerdings ein besonders sensibles Produkt. Die Kunden wollten wissen, wo und unter welchen Vorraussetzung produziert wird. Was wir brauchten, war Restaurant-Kompetenz, um das Vertrauen der Kunden in die Marke "sushi for friends" zu steigern.

Ballindamm

Einer der großen Glücksfälle meines Lebens und zugleich der Imagedurchbruch von "sushi for friends" war die Eröffnung der Filiale am Ballindamm. Der Hausbesitzer Dirk Kessemeier hatte das Gebäude links neben der Europapassage gekauft und suchte einen Mieter für die Bauzeit von drei Jahren. Glück war, dass er ein entspannter souveräner Kaufmann mit Hunger auf Sushi ist. So unterschrieben wir einen Drei-Jahres-Mietvertrag.

Konzeptionelles Kopieren war uns wie immer zu langweilig, also bauten wir ein Sushi-Shipping-Konzept mit Booten, die mit Sushi beladen im Kreis fahren sollten. Das taten sie auch, allerdings leider nie besonders lange. Sie mussten alle Nase lang angeschubst werden. Der Blick auf das Hotel Vier Jahreszeiten und die Citystimmung gaben dieser gleichmäßigen Anschubsbewegung unserer Servicekräfte eine fast spirituelle Anwandlung. Sie strahlten beim Anschubsen der Schiffe eine gleichmäßige Ruhe aus wie ein Chinese beim Qui Jong.

Wir wurden beim Prinz Sushi-Test der Testsieger im Top Guide Jahresheft.

Markenstrategie

Wir wollten eine Marke, die mehr als nur eine Restaurantmarke war. Auch Kunden, die kein Sushi mögen, sollten eine emotionale Bindung zu uns aufbauen können. Wir fingen also an, Kontakte zu den Partymachern der Stadt zu nutzen sowie Stand-up-Comedy Shows zu veranstalten. Ein Platz für Kultur und Subkultur war geschaffen.

Unsere fast niederländische Offenherzigkeit stieß bald an ihre Grenzen. Als einer der Künstler während seiner "grenzwertigen Show" erklärte, dass er Sozialhilfeempfänger sei, damit nicht haftbar gemacht werden könne und, weil er immer soviel zerstöre, nirgendwo mehr auftreten dürfe, wurde ich nervös. Seine Segnung der Anwesenden mit einem Besen beruhigte mich etwas. Er war offensichtlich gläubig. Zum Abschluss schüttete er einen Eimer Kunstblut gegen die Wände. Der Mitinitiator der Show, Florian Waalberg, ehemals "bed and breakfast", war begeistert. Ich auch. Der Maler sah in unserer Show den Markt der Zukunft...

Selbstständigkeit hat viele Nachteile - 14-Stunden-Tage sind normal und und und - die Vorteile überwiegen aber eindeutig. Einer der Vorteile war z.B., dass ich meine eigene "Stand-up-Comedy Show" initiieren konnte und die Leute hinter der Bühne traf.

Eine kleine Anekdote am Rande: Eines Tages hatten wir Heino Trusheim verpflichtet, einen der Besten, wie ich finde. Dieser saß nun also Backstage in meinem Büro und bereitete sich auf seinen Auftritt vor. Zu seiner "Bewachung" hatte ich meinen Hund (Welpe Fibi) zurückgelassen. Auf einen Backstagewitz hoffend, öffnete ich die Tür und sah erst in schwarze treue Hundeaugen und anschließend den Haufen zwischen Trusheim und dem Hund. Die folgenden dreißig Minuten wartete ich auf die Verwertung dieser Steilvorlage meines Hundes, aber Stand-up-Comedians scheinen ein doch eher festes Programm zu haben.

Als Stand-up-Comedians holten wir diverse Größen aus dem Fernsehen in unsere kleine Location. Sebastian Schnoy übernahm nach Kurzem die Organisation hierfür. Bei uns traten auf: Murat Topal aus Berlin, Hüffelsheim, Sia Korthaus und Heino Trusheim. Die Partys waren szenig und ziemlich angesagt, die Location allerdings viel zu klein.

Als Betriebsleiterin konnte ich Jessica verpflichten, die mittlerweile die Freundin von Sven war und in Abendkursen ihr Marketing- und Kommunikationsstudium absolvierte. Wir setzten die theoretisch großen Gedanken ihrer Schule in die Tat um und verglichen unsere eigenen kreativen Marketingstrategien mit ihren Schulweisheiten. Heute führt sie die Geschäfte der Saseler Filiale von Sven, der sich zusätzlich mit "shisu" eine eigene Handelsmarke aufgebaut hat, mit der er diverse Supermarktketten beliefert.

Filiale Harburg

Ein Fahrer der ersten Stunde war Marek Foltynski, den die Liebe nach Harburg zog. Gegen meinen Rat wollte er unbedingt in Harburg eine eigene Filiale eröffnen. Mein Riecher sagte mir, Harburg sei mehr Dönerrevier. Mareks Erfolg hat mich ein wenig mehr Demut gelehrt. Ich bin mir allerdings sicher, dass ein Mann seines Fleißes in der City dreimal so erfolgreich wäre. Im Endergebnis gibt es heute vier Filialen von "sushi for friends". Wir sind der einzige Lieferservice, der Hamburg flächendeckend ohne Mindestbestellwert beliefert.

Warum die "white lounge"?

"Sushi for friends" ist in Hamburg bekannt und wirtschaftlich erfolgreich. Warum sollten wir dann eine neue Marke gründen, fragten mich alle? Tja, vielleicht wird es zur Sucht, Neues zu schaffen und immer auf der Suche nach dem perfekten Konzept zu sein. Ich denke, es ist der Spaß an der Sache.

"Sushi for friends" als Name polarisiert. Viele Kunden entscheiden sich für den Besuch anderer Restaurants, weil sie in ihrem Freundeskreis einen "Nicht-Sushi-Esser" haben. In der "white lounge" bieten wir nun drei Länderküchen an. Neben Sushi gibt es Thai Food und Tapas. Dazu aber später noch mehr.

Das Design

Bei der Projektierung der "white lounge" lernte ich Mr. Trautmann von Hörter und Trautmann kennen. Tolle Planung ist die eine Seite, die richtige Umsetzung die andere. Hier hatte ich doppelt Glück, da ich die richtige Wahl bei der Auswahl der Ausbaufirma traf. Die gesamten Innenwände und Proportionen wurden im PC entworfen und visualisiert. Die Ausbaufirma baute zur Probe die gesamten Wandkonstruktionen in der Werkstatt auf und eine Cnc-Säge sorgte für die exakte Übereinstimmung der Planung mit der Realität.

Das Raumkonzept

Im Folgenden möchte ich Ihnen das wirklich spannende Raumkonzept der Architekten und die Hintergedanken beschreiben, die dem Konzept zu Grunde liegen. Marketingstudien zeigen, dass Werbebotschaften und Informationen im Wesentlichen das Unterbewusstsein beeinflussen, denn kein Hirn der Welt könnte die Datenflut verwerten, die auf die Menschen täglich einfließt. Mit dem Unterbewusstsein arbeitend, wollen wir eine Spannung durch raffinierte, nicht auf den ersten Blick durchschaubare Strukturen und Effekte erzeugen.

Vor der Detailplanung haben wir die Fläche von beinahe 400 m2 mit ca. 130 Sitzplätzen in 20 Sitzplätze umfassende Gruppen aufgeteilt, um in der Anfangs- und Endphase des Restaurantbetriebes kein Gefühl der Einsamkeit aufkommen zu lassen. Sämtliche Gruppen wurden mit verschiedenen Designstilen versehen, die den Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Jede Sitzgruppe ist durch runde Durchbrüche über Sichtachsen mit den anderen Bereichen verbunden. So ist man einerseits allein und doch wieder nicht. Von jedem Platz aus kann man ein anderes Highlight entdecken. Der gesamte Raum ist weiß, die Formen teils retro, teils futuristisch.

Im vorderen Teil des Restaurants haben wir eher konventionelle Sitzbereiche, die mit einem Laufband, auf dem Tapas und Sushi im Kreis fahren, verbunden sind. Das Restaurant ist dadurch immer in Bewegung. Hier befindet sich auch ein Flatscreen, der Kamerabilder des gesamten Restaurants zeigt. Die Gäste sehen sich selbst darin und werden gleichzeitig neugierig auf die anderen Designbereiche im hinteren Teil des Restaurants.

Im hinteren Restaurantbereich haben wir Sitzelemente in Etagenform, die mit einer Empore verbunden sind. Der Emporenbereich, von dem man das gesamte Restaurant übersehen kann, ist die Visitenkarte des Restaurants. Auf der Kanalseite haben wir eine Außenterrasse, die wir im kommenden Sommer eröffnen. Bei der Ansicht von der Osterbekkanalbrücke fällt der halbrunde Liegebereich ins Auge, der als Magnet dient. Die Neugierde soll die natürliche Schwellenangst überwiegen.

Wenn der Gast die "white lounge" betritt, geht er förmlich durch die Küche. Wir spielen mit absolut offenen Karten und zeigen unsere Produktionsprozesse. Rechts steigt man über eine Treppe in einen Sitzbereich mit Blick auf den Osterbekkanal sowie den gegenüberliegenden Park.

Kameras

Nimmt man hier Platz, fällt der Blick auf den Flatscreen mit einer Kamera darunter. Die gesamte "white lounge" ist mit Kameras vernetzt, die die verschiedenen Lounge- und Sitzbereiche mit den anderen Gästen zeigen.

Die Kameraeinstellungen zeigen alle zwei Minuten andere Sitzbereiche, allerdings mit einer bewusst so kleinen Auflösung, dass sich niemand "vorgeführt" vorkommt. Dieses aufwendige Special haben wir installiert, um den Kunden, die Vorne Platz nehmen, die vielfältigen Einrichtungsstile im hinteren Loungebereich der "white lounge" zu zeigen.

Den folgenden Absatz  sollten Sie nur lesen, wenn Sie gerade in der "white lounge" sind, denn sonst wird es langweilig. Wenn Sie allerdings dort sind, bitte ich Sie, auf jeden Fall aufzustehen und zu schauen, was wir für Sie gebaut haben.

Ein Raumrätsel

Auf dem Weg in den hinteren Bereich haben wir ein wenig mit Raumeffekten gezaubert. Schauen Sie auf Höhe des Toilettenabganges durch die runde Öffnung zum hinteren Bereich, sehen Sie im Spiegel Gäste, die Sie zwei Schritte weiter rechts erwarten würden. Dort angekommen, sind die eben noch gesehenen Gäste aber verschwunden. Zauberei? Wenn Sie nun nach links schauen, sehen Sie eine 4 Meter hohe Wand mit Sitzbereichen dahinter. Aber wie kommt man da hoch?

Oben direkt vor Ihnen finden Sie eine Empore mit Plexiglasstühlen. Sie fragen sich, wie man dort hinaufkommt. Die Auflösung finden sie automatisch einige Schritte weiter. Wenn Sie die Empore nun ersteigen, haben Sie den Überblick über das gesamte Restaurant. Hier angekommen fühlt man sich unerwartet geschützt und gemütlich aufgehoben. Von Unten ist es aber der exponierteste Sitzbereich, den die "white lounge" zu bieten hat.

Der Blick auf die verschiedenen Bereiche erzeugt Spannung und Neugierde. Der Blickfang von Außen ist die so genannte "Halfpipe", ein Liegebereich für die Verliebten, der von Innen nicht einsehbar ist. Hier gab es bereits den ersten Heiratsantrag - mit anschließender Hochzeitsfeier bei uns.

Eventraum

Monatlich finden mit Kooperationspartnern, die unsere differenzierten Zielgruppen widerspiegeln, Parties statt. Gemeinsam gefeiert haben wir mit der Kaifu Lodge, den Park Jungs, Puma und Habitat sowie Getränkemarken wie Bombay Sapphire, Pernod und Skyy Vodka und natürlich Red Bull.

Ergänzt werden die Jahresaktivitäten durch Feinschmeckerevents, kulturaffine Veranstaltungen und Mode-Events für das moderne weibliche "white lounge"-Publikum. Diese Aktivitäten halten uns am Leben.

Der neue Cocktailbereich als Lying Area

Nach dem Motto "gut geklaut ist halb gewonnen" haben wir uns in Berlin und Frankfurt umgesehen und das Lying-Dinner-Concept aus Berlin Hamburger Verhältnissen angepasst.

Ein reiner Liegebereich wäre in Hamburg problematisch und wurde daher durch versenkbare Tische ergänzt.

Die Küche

Mit Sushi haben wir seit acht Jahren Erfahrung sammeln können. In der "white lounge" wurde die Küche auf drei Länderküchen erweitert. Um dem Design eine würdige Ergänzung aus der Küche entgegenzusetzen, haben wir uns einen Berater ins Haus geholt, der durch alle Länderküchen gereist ist und sich in diversen Häusern mit Michelinsternen seine Sporen verdient hat. Bo, Spezialistin für Authentic Thai Food und Eddi, Zauberer der feinen Küche, vereinen ihr Wissen und ihre Liebe zur asiatischen Küche in der "white lounge"-Speisekarte.

Herzlichst, Ihr

Dieter Meier